der tod tut nicht weh
ich habe ihn überlebt
es war im sommer
und wilder mohn blühte
auf den wiesen
das schwere gehört
dem leben
der tod ist ursprung
von dort komme ich
wortgemalte lyrik
Gedichte - Prosa
Donnerstag, 23. Juli 2026
jenseits des anfangs
Samstag, 27. Juni 2026
mitgift
Mutter sagt
ich sei aus dem wort gefallen
sie gebar mich
in einer heißen julinacht
kein laut kam
aus meinem mund
kein schrei zerbrach
die stille
als trüge ich
mein schweigen
mit mir her
Donnerstag, 11. Juni 2026
gleichmaß
die stille der vergangenheit
und das laute
in den worten
du legst
deine warme hand darauf
bei dir
habe ich keine angst
etwas falsches zu sagen
du streichst mir
die haare aus dem gesicht
und am morgen
das butterbrot
bist wie eine sicherheitsnadel
zwischen unseren seelen
das leise
in meinem sturm
und das sanfte
im fangnetz der möglichkeiten
Dienstag, 19. Mai 2026
ohne vergebung
deine liebe
hat blaue flecken hinterlassen
auf der haut
auf der seele
und nein
ich vergebe dir nicht
nicht in diesem leben
und auch nicht
in den kommenden
mein frieden beginnt
wenn ich weiß
du weißt
Mittwoch, 25. März 2026
deshalb schreibe ich kein gedicht
wenn ich über die liebe
schreiben wollte
dann würde ich ihr
den kitsch
aus den reimen nehmen
und die worte
Freitag, 6. März 2026
Solange wir atmen
Mein Freund Luca fürchtet den Tod. „Danach ist da nur ein schwarzes Loch“,
sagt er.
Ich widerspreche, doch er hört mir nicht wirklich zu. Dann lacht er kurz auf
und meint, das Leben sei ohnehin ungerecht – und nach dem Tod sei alles vorbei.
Über ein Danach spricht Luca nicht. Er will auch
nichts davon wissen.
Dieses eine Leben genügt ihm, sagt er. Die Vorstellung, ewig weiterzuleben,
findet er absurd.
Nichts geht verloren, was man liebt, denke ich – und schlafe neben ihm ein.
Freitag, 20. Februar 2026
ein anderes leben
wir haben einen hund
und drei kinder
ein fenster zur straße
und eines ins glück
sonntags geschieht nichts
und das genügt
an regentagen
schreibe ich
dir ein gedicht
du liest die zeitung
darin passiert die welt
und wir kommen nicht vor
jenseits des anfangs
der tod tut nicht weh ich habe ihn überlebt es war im sommer und wilder mohn blühte auf den wiesen das schwere gehört dem leben der ...