Mittwoch, 25. März 2026

Freitag, 6. März 2026

Solange wir atmen

  

Mein Freund Luca fürchtet den Tod. „Danach ist da nur ein schwarzes Loch“, sagt er.
Ich widerspreche, doch er hört mir nicht wirklich zu. Dann lacht er kurz auf und meint, das Leben sei ohnehin ungerecht – und nach dem Tod sei alles vorbei.

Über ein Danach spricht Luca nicht. Er will auch nichts davon wissen.
Dieses eine Leben genügt ihm, sagt er. Die Vorstellung, ewig weiterzuleben, findet er absurd.

Ich streiche über seinen Arm und küsse seine Haut, solange sie da ist.
Nichts geht verloren, was man liebt, denke ich – und schlafe neben ihm ein.

Freitag, 20. Februar 2026

ein anderes leben

wir haben einen hund
und drei kinder
ein fenster zur straße
und eines ins glück
sonntags geschieht nichts
und das genügt

an regentagen
schreibe ich
dir ein gedicht
du liest die zeitung
darin passiert die welt
und wir kommen nicht vor

Dienstag, 27. Januar 2026

wenn ich an dich denke

dann sage ich
es liegt viel schnee
auf den bergen
oder
ich muss brennholz kaufen
es wird
ein harter winter

manchmal laufe ich
ziellos durch die stadt
oder schreibe

das

Montag, 5. Januar 2026

zwischenruf

seit langem bin ich nicht mehr
aufgebrochen
stehe nur still
zwischen pulsschag
und schweigen

die tage sind durchsichtig
und der atem zu laut
die anfänge
haben längst begonnen
ohne mich

deshalb schreibe ich kein gedicht

wenn ich über die liebe schreiben wollte dann würde ich ihr den kitsch aus den reimen nehmen und die worte