als kind
verlor ich die sprache
mutter schrieb mir worte
auf die stirn
lange und kurze
manche haben sich festgesetzt
einige trage ich bis heute
und von gewissen
kann ich nie genug lesen
Freitag, 2. Oktober 2026
restbestand
Dienstag, 25. August 2026
fingerabdrücke
vielleicht hinterlassen wir
eine spur
erinnerungslinien
oder wir verwurzeln
in seltenen gesprächen
vielleicht bleibt
ein bild
an der wand
Montag, 10. August 2026
blau
blau ist die farbe
meiner liebe
die tinte auf papier
mit der ich
deinen namen schreibe
der see in manerba
das kleine haus dort
im garten der lavendel
der himmel
hinter den bergen
mit dir
fliege ich angstfrei
hoch hinauf
azurblau
deine augen
und wie du da stehst
mit vespa
und helm
Donnerstag, 23. Juli 2026
jenseits des anfangs
der tod tut nicht weh
ich habe ihn überlebt
es war im sommer
und wilder mohn blühte
auf den wiesen
das schwere gehört
dem leben
der tod ist ursprung
von dort komme ich
Samstag, 27. Juni 2026
mitgift
Mutter sagt
ich sei aus dem wort gefallen
sie gebar mich
in einer heißen julinacht
kein laut kam
aus meinem mund
kein schrei zerbrach
die stille
als trüge ich
mein schweigen
mit mir her
Donnerstag, 11. Juni 2026
gleichmaß
die stille der vergangenheit
und das laute
in den worten
du legst
deine warme hand darauf
bei dir
habe ich keine angst
etwas falsches zu sagen
du streichst mir
die haare aus dem gesicht
und am morgen
das butterbrot
bist wie eine sicherheitsnadel
zwischen unseren seelen
das leise
in meinem sturm
und das sanfte
im fangnetz der möglichkeiten
Dienstag, 19. Mai 2026
ohne vergebung
deine liebe
hat blaue flecken hinterlassen
auf der haut
auf der seele
und nein
ich vergebe dir nicht
nicht in diesem leben
und auch nicht
in den kommenden
mein frieden beginnt
wenn ich weiß
du weißt
Mittwoch, 25. März 2026
deshalb schreibe ich kein gedicht
wenn ich über die liebe
schreiben wollte
dann würde ich ihr
den kitsch
aus den reimen nehmen
und die worte
Freitag, 6. März 2026
Solange wir atmen
Mein Freund Luca fürchtet den Tod. „Danach ist da nur ein schwarzes Loch“,
sagt er.
Ich widerspreche, doch er hört mir nicht wirklich zu. Dann lacht er kurz auf
und meint, das Leben sei ohnehin ungerecht – und nach dem Tod sei alles vorbei.
Über ein Danach spricht Luca nicht. Er will auch
nichts davon wissen.
Dieses eine Leben genügt ihm, sagt er. Die Vorstellung, ewig weiterzuleben,
findet er absurd.
Nichts geht verloren, was man liebt, denke ich – und schlafe neben ihm ein.
Freitag, 20. Februar 2026
ein anderes leben
wir haben einen hund
und drei kinder
ein fenster zur straße
und eines ins glück
sonntags geschieht nichts
und das genügt
an regentagen
schreibe ich
dir ein gedicht
du liest die zeitung
darin passiert die welt
und wir kommen nicht vor
Dienstag, 27. Januar 2026
wenn ich an dich denke
dann sage ich
es liegt viel schnee
auf den bergen
oder
ich muss brennholz kaufen
es wird
ein harter winter
manchmal laufe ich
ziellos durch die stadt
oder schreibe
das
Montag, 5. Januar 2026
zwischenruf
seit langem bin ich nicht mehr
aufgebrochen
stehe nur still
zwischen pulsschag
und schweigen
die tage sind durchsichtig
und der atem zu laut
die anfänge
haben längst begonnen
ohne mich
restbestand
als kind verlor ich die sprache mutter schrieb mir worte auf die stirn lange und kurze manche haben sich festgesetzt einige trage ich ...
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deine liebe hat blaue flecken hinterlassen auf der haut auf der seele und nein ich vergebe dir nicht nicht in diesem leben und auch ...
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träume begräbt man und menschen wenn sie tot sind manchmal bleibt ein bild an der wand oder im herzen liebe stirbt nicht sie zieht nur wei...
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seit langem bin ich nicht mehr aufgebrochen stehe nur still zwischen pulsschag und schweigen die tage sind durchsichtig und der atem ...
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Mutter sagt ich sei aus dem wort gefallen sie gebar mich in einer heißen julinacht kein laut kam aus meinem mund kein schrei zerbrach ...
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die stille der vergangenheit und das laute in den worten du legst deine warme hand darauf bei dir habe ich keine angst etwas falsche...
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lass das fenster einen spaltbreit offen damit die gedanken durchziehen können vielleicht kommt auch einer herein der von gestern erzäh...
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die gedichte werden dich über die schneefelder tragen nicht allzu weit aber weit genug für den tag und die nacht mehr können sie nicht ...
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der tod tut nicht weh ich habe ihn überlebt es war im sommer und wilder mohn blühte auf den wiesen das schwere gehört dem leben der ...
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wenn ich über die liebe schreiben wollte dann würde ich ihr den kitsch aus den reimen nehmen und die worte