sagte mein achtzehnjähriger sohn
ich solle
doch
gedichte mit aktuellen themen schreiben
nicht über liebe
und
diesen ganzen kinderkram
vielleicht über die situation in
griechenland
oder die bootsflüchtlinge vor lampedusa
über
jugendarbeitslosigkeit
und die terroranschläge
die den menschen angst
machen
das - sagt mein sohn
interessiere die menschen
nicht ein
gedicht
in dem gefühle gestrickt oder gehäkelt
nein – sagt er – das
nicht
und ich sage
sohn
mit gedichten ist noch nie
ein krieg
gewonnen worden
sie stillen keinen hunger
und retten keine menschen vor
dem tod
egal wie gut ein gedicht ist
es wird wie die bootsflüchtlige
untergehen
nicht aber das eine
und ich schaue ihn an
wie groß er
geworden ist
er tippt irgendwas in sein handy
und zwinkert mir
zu
darüber denke ich
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restbestand
als kind verlor ich die sprache mutter schrieb mir worte auf die stirn lange und kurze manche haben sich festgesetzt einige trage ich ...
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der tod tut nicht weh ich habe ihn überlebt es war im sommer und wilder mohn blühte auf den wiesen das schwere gehört dem leben der ...
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wenn ich über die liebe schreiben wollte dann würde ich ihr den kitsch aus den reimen nehmen und die worte
die Kinder wachsen zu sehen
AntwortenLöschenäußerlich und innerlich
ist eines der wunderbarsten Dinge
auf dieser Welt
Herzlich
Jorge D.R.
Einst meinte mein Vater eben dies zu mir: Schreib doch mal politische Lyrik, nicht nur über Natur.
AntwortenLöschenEs ist ein gutes Text, Christa, auch wenn der Vergleich eines untergehenden Gedichtes mit den ertrinkenden Flüchtlingen weh tut.
Doch dein Sohn darf erfahren: Die Menschen lesen nicht nur Liebesgedichte, sie verfassen sie immer wieder neu. Auch in seiner Generation! :-)
Kinder sind einfach etwas ganz wunderbares!!!
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