Montag, 11. Dezember 2017

kein wintergedicht

I.
dieser eine winter
hinter dem fenster
kratzt die einsamkeit
schneeblumen ins glas

 II.
einmal fiel schnee
ich trug einen mantel
aus grünem loden
und ein herz

 
  III.
leicht ist es nicht
die vergangenheit im rucksack
jede zweite zeile
eintätowiert

 
 wieder ist winter
immer wieder

Lyrischer Lorbeer

http://lorbeer-verlag.de/lyrischer-lorbeer-2017.html

In der Anthologie Goldstaub Galaxie ist mein Gedicht: VOLLVERSAMMLUNG DER WORTE abgedruckt.
Dieses Gedicht schaffte es beim Wettbewerb auf den 59. Platz.

Mittwoch, 29. November 2017

roman.tisch

Auf dem Tisch ein Teller und ein Mund. Der Mund  kaut das Messer. Der Teller heißt Marie und der Mund Heinz. Wie das Ketchup. Sie sprechen selten. Wenn – dann über das Wetter. Vom Schnee, der nicht fallen will. Von der Sonne, die zu heiß ist. Sonst langweilen sie die Stille. Einmal hatten sie ein Auge. Das ist verschwunden. Sie finden es nicht.  Das Auge hieß Irene und war grün wie die Wiese. Zu dritt war es weniger langweilig. Nun schluckt Heinz das Messer. Marie weint. Es war das Letzte.

Freitag, 30. Juni 2017

scheinbar




zwischen all den jahren
warten ungeduldige träume
wie sie auf papier geformt
die hand ausstrecken

als mein schutzschild
gegen den frost
lese ich uns gedichte
in die nacht

du atmest fernweh
auf meine blasse haut
mir scheint fast so
als würdest du mich küssen

Sonntag, 28. Mai 2017


 
Dieses Gedicht hängt in Hildesheim als Lesezeichen am Hauptbahnhof und ober einer Buchhandlung.

restbestand

als kind verlor ich die sprache mutter schrieb mir worte auf die stirn lange und kurze manche haben sich festgesetzt einige trage ich ...